Warum der MSCI World allein nicht reicht

Breit gestreut ist
nicht gleich gut gestreut

Der MSCI World gilt als Standard für ein globales Portfolio. Bei genauerem Hinsehen zeigt sich: Der Index hat strukturelle Schwächen, die langfristig erhebliche Auswirkungen auf Ihre Rendite haben können.

Drei Schwächen, die Anleger kennen sollten

Der Name „World" suggeriert globale Streuung. In der Praxis hat der Index strukturelle Schwächen, die sich gerade in Krisenzeiten bemerkbar machen.

US- und Tech-Klumpenrisiko

Rund 70 % US-Aktien, über 20 % allein in sieben Tech-Konzernen. Was sich wie Diversifikation anfühlt, ist eine massive Konzentration auf einen Markt und eine Branche. Korrigiert Tech oder schwächelt der Dollar, trifft es den gesamten Index

Fehlende Bausteine

China, Indien, Brasilien, Small Caps, Value-Aktien: Rund 40 % der Weltwirtschaft und die wachstumsstärksten Regionen fehlen vollständig. Gleichzeitig werden teure Aktien durch die Gewichtung nach Börsenwert automatisch größer im Index.

Verstecktes Währungsrisiko

Der Index notiert in US-Dollar. Als Euro-Anleger tragen Sie immer das Währungsrisiko. Im April 2025 verlor der MSCI World rund 8 %, obwohl die Kurse selbst nur leicht nachgaben. Der Hauptgrund: die Dollar-Abwertung.

2000 bis 2010: Die verlorene Dekade

Alle genannten Schwächen kamen in dieser Dekade gleichzeitig zum Tragen. Wer Anfang 2000 in den MSCI World investierte, stand zehn Jahre später bei einer Rendite von etwa minus 0,3 % pro Jahr. Nach Inflation ein reales Minus. Der Index startete mit maximaler Tech-Übergewichtung in den Dotcom-Crash. Als er sich erholt hatte, schlug 2008 die Finanzkrise zu. In genau dieser Zeit liefen Value-Aktien, Rohstoffe und Schwellenländer stark. Der MSCI World hatte davon nichts.

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Ich dachte, mit einem MSCI-World-ETF wäre ich breit aufgestellt. Erst die Analyse hat mir gezeigt, wie einseitig mein Portfolio tatsächlich war.

Häufige Gegenargumente im Check

In Diskussionen über den MSCI World kommen immer wieder dieselben Argumente. Wir ordnen sie ein.

Das stimmt beim Umsatz. Apple, Microsoft und Co. erwirtschaften rund 60 % ihrer Erlöse im Ausland. Drei Probleme löst das allerdings nicht: Ein US-Unternehmen unterliegt US-Recht, US-Steuern und US-Politik. Bei Handelskriegen oder einer US-Rezession trifft es diese Firmen zuerst, egal wo sie verkaufen. Die Aktien sind an US-Börsen gelistet und reagieren auf US-Kapitalströme. Und alle Gewinne werden in Dollar berichtet. Globale Umsätze machen aus einer US-Aktie keine Weltaktie.

  • US-Recht, US-Steuern, US-Politik: Bei Handelskriegen oder einer Rezession trifft es US-Firmen zuerst, egal wo sie verkaufen
  • Kapitalmarktrisiko bleibt in den USA: Wenn US-Anleger Kapital abziehen oder die Fed die Zinsen erhöht, fallen US-Aktien unabhängig vom Umsatzland
  • Währungs-Reporting in Dollar: Alle Gewinne werden in USD berichtet. Ist der Dollar schwach, sind die Auslandsgewinne weniger wert

Im Durchschnitt ja. Aber Durchschnitte verbergen, dass es ganze Dekaden gab, in denen der Index real Geld verloren hat. Zwischen 2000 und 2010 lag die Rendite bei minus 0,3 % pro Jahr. Wer in dieser Phase auf den Ruhestand sparte, verlor wertvolle Jahre. Langfristig funktioniert der Markt, aber ob Ihr persönlicher Anlagehorizont mit der nächsten guten Dekade zusammenfällt, weiß niemand.

  • Maximale Tech-Übergewichtung traf auf den Dotcom-Crash
  • Kaum erholt, folgte 2008 die Finanzkrise mit hoher US-Banken-Gewichtung
  • Value-Aktien, Rohstoffe und Schwellenländer liefen in dieser Zeit stark, der MSCI World hatte davon nichts

Auf den ersten Blick schon. In der Praxis bedeutet es: Je teurer eine Aktie wird, desto größer wird ihr Anteil im Index. Bei Blasenbildung kauft der Index systematisch mehr vom Überteuerten. Gleichzeitig sind günstige Value-Aktien, Dividendentitel und defensive Branchen chronisch untergewichtet. Eine eingebaute Korrektur gegen Überbewertung gibt es nicht.

  • Teure Aktien werden automatisch größer im Index
  • Günstige Value-Aktien und Dividendentitel sind chronisch untergewichtet
  • Eine eingebaute Korrektur gegen Überbewertung gibt es nicht

Ende 1999 lag die Tech-Gewichtung im MSCI World auf einem historischen Hoch. Heute liegt sie erneut bei rund 25 %, die Bewertungen im US-Tech-Sektor sind auf einem vergleichbaren Niveau. Das bedeutet nicht, dass ein Crash bevorsteht. Es bedeutet, dass die Risikokonstellation, die damals zur verlorenen Dekade führte, heute wieder gegeben ist. Wer das ignoriert, setzt auf Hoffnung statt auf Struktur.

  • Tech-Gewichtung wieder bei rund 25 %
  • KGVs im US-Tech-Sektor bei 30+
  • Die Risikokonstellation, die damals zur verlorenen Dekade führte, ist heute wieder gegeben

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